Brutto- und Netto-Burn-Rate

„Burn" heißt verbrennen. Die Burn Rate beschreibt, wie schnell ein Startup sein Geld verbrennt. Weil viele junge Firmen anfangs mehr ausgeben, als sie einnehmen, ist das die wichtigste Zahl nach dem Kontostand.

Brutto-Burn-RateNetto-Burn-Rate
Was wird gezählt?Alle Ausgaben pro MonatAusgaben minus Einnahmen pro Monat
Wofür ist sie gut?Zeigt, wie teuer der Betrieb istZeigt, wie viel Geld wirklich verloren geht
Wofür nutzt man sie?Budget planen, Kosten vergleichenRunway berechnen

Burn Rate berechnen: Beispiel

Ein kleines Software-Startup mit drei Leuten hat diese monatlichen Kosten:

Kostenpositionpro Monat
Gehälter (3 Personen, inkl. Nebenkosten)15.000 €
Server & Software1.500 €
Büro / Coworking1.200 €
Marketing2.000 €
Sonstiges (Steuerberatung, Versicherungen)300 €
Brutto-Burn-Rate20.000 €
Umsatz− 12.000 €
Netto-Burn-Rate8.000 €

Mit 96.000 € auf dem Konto hätte dieses Startup eine Runway von 12 Monaten (96.000 € ÷ 8.000 €).

Netto-Burn-Rate = monatliche Kosten − monatlicher Umsatz

Ist eine hohe Burn Rate schlecht?

Nicht automatisch. Eine hohe Burn Rate kann Absicht sein: Ein Startup investiert Geld, um schneller zu wachsen – etwa in Entwicklung oder Marketing. Entscheidend ist, was mit dem Geld passiert. Wird damit Umsatz aufgebaut, der später die Kosten deckt, ist das eine Investition. Fließt das Geld in Dinge, die das Geschäft nicht voranbringen, ist es Verschwendung.

Die ehrliche Frage: Wenn ich 1.000 € mehr ausgebe – bringt mir das mittelfristig mehr als 1.000 € zurück?

So senken Startups ihre Burn Rate

  • Fixkosten klein halten: Coworking statt eigenem Büro, monatlich kündbare Tools.
  • Langsam einstellen: Jede neue Person erhöht die Kosten jeden Monat – nicht nur einmal.
  • Marketing messen: Nur Kanäle weiterführen, die nachweislich Kund:innen bringen.
  • Umsatz früher starten: Lieber eine einfache Version verkaufen als monatelang an der perfekten bauen.