Die häufigsten Exit-Arten

Exit-ArtWas passiert?Typisch für
Übernahme (Trade Sale)Ein anderes Unternehmen kauft die Firma ganz oder mehrheitlichDer häufigste Weg
Börsengang (IPO)Anteile werden an der Börse öffentlich handelbarSehr große, stark wachsende Firmen
Anteilsverkauf (Secondary)Einzelne Eigentümer:innen verkaufen ihre Anteile an neue InvestorenFrühe Investoren, die aussteigen wollen
Management-Buy-outDas Management kauft die FirmaProfitable, eher ruhig wachsende Firmen
Acqui-hireEin Käufer will vor allem das TeamStartups, deren Produkt nicht abgehoben hat

Wer bekommt beim Verkauf wie viel? Die Reihenfolge

  1. Schulden werden getilgt – etwa offene Bankkredite.
  2. Vorrechte werden bedient – vor allem die Liquidation Preference von Investoren.
  3. Der Rest wird nach Anteilen laut Cap Table verteilt.

Rechenbeispiel

Ein Startup wird für 12 Mio. € verkauft. Es hat noch 1 Mio. € Bankkredit offen. Ein Investor hält 25 % und hat 3 Mio. € mit einer 1x non-participating Liquidation Preference investiert. Den Gründer:innen gehören 75 %.

SchrittBetragÜbrig
Verkaufspreis12 Mio. €
1. Bankkredit tilgen− 1 Mio. €11 Mio. €
2. Investor prüft: 25 % von 11 Mio. € = 2,75 Mio. € – weniger als seine 3 Mio. € Präferenz → er nimmt die Präferenz− 3 Mio. €8 Mio. €
3. Rest an die Gründer:innen8 Mio. €0 €

Ohne Präferenz hätten die Gründer:innen 8,25 Mio. € bekommen (75 % von 11 Mio. €). Die Klausel kostet sie hier also 250.000 €.

Was Gründer:innen beim Exit oft übersehen

  • Earn-out: Ein Teil des Kaufpreises wird erst später gezahlt – und nur, wenn Ziele erreicht werden.
  • Lock-up und Bindung: Gründer:innen müssen oft noch einige Jahre im Unternehmen bleiben.
  • Steuern: Vom Erlös geht je nach Konstellation ein erheblicher Teil an das Finanzamt. Das gehört früh in professionelle Hände.
  • Das Team: Ein Exit verändert die Firma für alle, die dort arbeiten. Wie sie beteiligt oder abgesichert sind, ist auch eine Frage der Haltung.

Vereinfachte Darstellung, keine Rechts- oder Steuerberatung.