Was ist eine Cap Table?

Cap Table ist die Kurzform von „Capitalization Table". Sie listet alle Eigentümer:innen einer Firma und ihre Anteile auf: Gründer:innen, Investoren und manchmal einen Topf für Mitarbeitende. Vor jeder Finanzierungsrunde schauen Investoren als Erstes auf diese Tabelle.

Wie Verwässerung entsteht

Wenn ein Investor Geld gibt, bekommt er dafür neue Anteile. Die Firma wird dadurch nicht kleiner – der Kuchen bekommt ein zusätzliches Stück. Alle bisherigen Stücke machen danach einen kleineren Prozentsatz des Ganzen aus.

Neuer Anteil = alter Anteil × (1 − Anteil des neuen Investors)

Rechenbeispiel über drei Runden

Zwei Gründerinnen starten mit je 50 %. Danach kommen drei Finanzierungsrunden, in denen jeweils 20 % an neue Investoren gehen:

RundeGründerin AGründerin BBusiness AngelSeed-FondsSeries-A-Fonds
Gründung50 %50 %
Angel-Runde (20 %)40 %40 %20 %
Seed-Runde (20 %)32 %32 %16 %20 %
Series A (20 %)25,6 %25,6 %12,8 %16 %20 %

Nach drei Runden gehört jeder Gründerin also nur noch ein Viertel. Auch der Business Angel wird verwässert – das betrifft alle, die in einer Runde nicht nachinvestieren.

Warum weniger Prozent mehr wert sein kann

Verwässerung klingt nach Verlust. Entscheidend ist aber nicht der Prozentsatz, sondern der Wert des Anteils. Wenn die Firma mit jeder Runde deutlich wertvoller wird, kann ein kleinerer Anteil viel mehr Geld bedeuten:

ZeitpunktFirmenwert (Post-Money)Anteil Gründerin AWert des Anteils
nach der Angel-Runde500.000 €40 %200.000 €
nach der Seed-Runde2.500.000 €32 %800.000 €
nach der Series A12.500.000 €25,6 %3.200.000 €

Beispielzahlen zur Veranschaulichung. Wie der Firmenwert zustande kommt, erklärt der Artikel Startup-Bewertung.

Die eigentliche Frage bei jeder Runde: Wird der Kuchen durch das neue Geld so viel größer, dass mein kleineres Stück trotzdem wächst?

Worauf du bei der Cap Table achten solltest

  • Nicht zu früh zu viel abgeben. Wer in der ersten Runde schon die Hälfte verkauft, hat für spätere Runden kaum Spielraum.
  • Mitarbeiter-Beteiligung einplanen. Viele Startups reservieren einen Anteil für das Team (oft ESOP oder VSOP genannt). Auch der verwässert die Gründer:innen.
  • Verwässerungsschutz verstehen. Manche Investoren lassen sich im Term Sheet zusichern, dass sie bei einer späteren, niedrigeren Bewertung weniger verwässert werden – das trifft dann vor allem die Gründer:innen.