Drei Modelle im Vergleich
| Klassisches Startup | Social Enterprise | Gemeinnützige Organisation | |
|---|---|---|---|
| Hauptziel | Wachstum und Gewinn | Gesellschaftliche Wirkung | Gesellschaftliche Wirkung |
| Geld kommt von | Kund:innen, Investoren | Vor allem Kund:innen, dazu Impact-Investoren und Förderung | Spenden, Förderung, Mitgliedsbeiträge |
| Was mit Gewinn passiert | An Eigentümer:innen oder ins Wachstum | Überwiegend zurück in die Mission | Muss für den gemeinnützigen Zweck verwendet werden |
| Erfolg gemessen an | Umsatz, Bewertung, Exit | Wirkung und wirtschaftliche Tragfähigkeit | Wirkung |
Wie misst man Wirkung?
Gewinn steht in der Bilanz. Wirkung nicht. Viele Social Enterprises denken deshalb in einer Wirkungskette:
| Stufe | Frage | Beispiel: Nachhilfe-Plattform für Familien mit wenig Geld |
|---|---|---|
| Input | Was stecken wir hinein? | Geld, Zeit, ehrenamtliche Tutor:innen |
| Output | Was machen wir? | 1.000 Nachhilfestunden pro Jahr |
| Outcome | Was verändert sich bei den Menschen? | Bessere Noten, mehr Selbstvertrauen |
| Impact | Was verändert sich in der Gesellschaft? | Mehr Bildungsgerechtigkeit |
Beispielzahlen zur Veranschaulichung.
Der Output ist leicht zu zählen, der Impact schwer zu beweisen. Gute Social Enterprises sind ehrlich darüber, was sie wirklich messen können.
Welche Rechtsform passt?
- GmbH: klassisch, die Mission steht im Gesellschaftsvertrag. Gewinne dürfen ausgeschüttet werden.
- gGmbH: gemeinnützige GmbH, steuerlich begünstigt – Gewinne müssen aber im gemeinnützigen Zweck bleiben, und Investoren können keine Rendite erwarten.
- Genossenschaft: gehört ihren Mitgliedern, demokratisch organisiert.
- Verein mit wirtschaftlichem Zweckbetrieb: für Organisationen, die Spenden und Geschäft verbinden.
Welche Form sinnvoll ist, hängt davon ab, ob Investoren beteiligt werden sollen und wie wichtig steuerliche Vorteile sind. Auch in Deutschland wird seit einigen Jahren über neue Formen für Unternehmen diskutiert, deren Vermögen dauerhaft an den Zweck gebunden ist.
Das Spannungsfeld: Geld und Mission
Jede Social Enterprise kennt diese Momente: Ein Investor bietet viel Geld, will aber schnelleres Wachstum. Kosten zu senken würde den Gewinn steigern, aber Arbeitsplätze kosten. Ein günstigerer Lieferant ist weniger fair. Hier zeigt sich, ob die Mission nur auf der Website steht oder im Alltag gilt.