Wozu ein Term Sheet?

Ein Beteiligungsvertrag ist lang, teuer und braucht Anwält:innen. Bevor beide Seiten dieses Geld ausgeben, einigen sie sich auf die Eckpunkte – auf wenigen Seiten. Das ist das Term Sheet. Juristisch ist es in großen Teilen unverbindlich. Einzelne Punkte wie Vertraulichkeit oder Exklusivität sind aber oft ausdrücklich bindend.

Die wichtigsten Klauseln

KlauselWas sie regeltWorauf achten?
Pre-Money-BewertungWert der Firma vor dem InvestmentBestimmt, wie viel Prozent du abgibst (Bewertung)
InvestitionssummeWie viel Geld fließt, ggf. in TranchenTranchen an Meilensteine gebunden? Sind die realistisch?
Liquidation PreferenceWer beim Exit zuerst Geld bekommt1x non-participating ist üblich (Erklärung)
Verwässerungsschutz (Anti-Dilution)Schutz des Investors bei späterer niedrigerer Bewertung„Full Ratchet" ist sehr hart; „weighted average" ist verbreiteter
VestingGründeranteile werden über Jahre „verdient"Dauer, Cliff, was bei Ausscheiden passiert (Good/Bad Leaver)
Mitarbeiter-Pool (ESOP/VSOP)Reservierte Anteile fürs TeamWird er vor oder nach dem Investment gebildet? Das verändert deine Verwässerung.
Board / BeiratWer bei wichtigen Entscheidungen mitredetBehalten Gründer:innen die Mehrheit?
ZustimmungsvorbehalteEntscheidungen, die der Investor absegnen mussNur wirklich wichtige Themen, nicht das Tagesgeschäft
Drag-along / Tag-alongMitverkaufspflicht bzw. Mitverkaufsrecht beim ExitAb welcher Mehrheit darf die Firma verkauft werden?
ExklusivitätKeine Gespräche mit anderen Investoren für eine ZeitSo kurz wie möglich

Beispiel: Zwei Angebote, welches ist besser?

Angebot AAngebot B
Investment1 Mio. €1 Mio. €
Pre-Money-Bewertung4 Mio. €6 Mio. €
Anteil des Investors20 %14,3 %
Liquidation Preference1x non-participating2x participating
Bei Verkauf für 5 Mio. € erhält der Investor1 Mio. € (Anteil = Präferenz)2 Mio. € + 14,3 % von 3 Mio. € ≈ 2,43 Mio. €
Bei Verkauf für 5 Mio. € bleibt für die übrigen Eigentümer:innen4 Mio. €≈ 2,57 Mio. €

Angebot B klingt mit der höheren Bewertung besser. Bei einem mittleren Exit bekommen die Gründer:innen damit aber deutlich weniger. Die Bewertung ist nie die ganze Geschichte.

Checkliste vor der Unterschrift

  • Habe ich die Verteilung für drei Verkaufspreise durchgerechnet (klein, mittel, groß)?
  • Verstehe ich jede Klausel so gut, dass ich sie einer Freundin erklären könnte?
  • Wie lange bin ich exklusiv gebunden?
  • Wer entscheidet künftig über Budget, Einstellungen und Verkauf?
  • Hat eine fachkundige Person mit Erfahrung in Startup-Finanzierungen draufgeschaut?

In Deutschland folgen auf das Term Sheet meist ein Beteiligungsvertrag und eine Gesellschaftervereinbarung. Bei einer GmbH muss die Kapitalerhöhung notariell beurkundet werden.

Dieser Artikel ist eine Einführung und keine Rechtsberatung.