Zwei Arten von Klimarisiken

ArtWas gemeint istBeispiele
Physische RisikenSchäden durch Wetter und Klima selbstHitzewellen, Dürre, Niedrigwasser, Starkregen, Sturm, Hochwasser
ÜbergangsrisikenFolgen des Wandels hin zu weniger CO₂Steigender CO₂-Preis, neue Gesetze, Kund:innen, die klimafreundliche Produkte erwarten

In diesem Artikel geht es vor allem um physische Risiken. Sie sind keine ferne Zukunft. Eine Studie von Prognos im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums schätzt die Klimaschäden in Deutschland von 2000 bis 2021 auf mindestens 145 Milliarden Euro.

Hitze: wenn das Team langsamer wird

Bei großer Hitze arbeiten Menschen langsamer und machen mehr Fehler. Eine Studie von Somanathan und Kolleg:innen (Journal of Political Economy, 2021) hat Fabriken in Indien untersucht. Ergebnis: An heißen Tagen sinkt die Arbeitsleistung um etwa 2 % je Grad Celsius.

Was hilft: Sonnenschutz an den Fenstern, Ventilatoren, früher anfangen, mittags Pause machen. Vieles davon kostet wenig.

Niedrigwasser: wenn die Lieferung feststeckt

Der Rhein ist eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas. Frachtschiffe bringen darauf Rohstoffe, Chemikalien und Treibstoff. Nach langer Trockenheit ist der Fluss manchmal zu flach. Dann können Schiffe nur noch einen Teil laden. Forschende des Kiel Instituts (Ademmer und Kolleg:innen, 2023) haben berechnet: Ein Monat Niedrigwasser am Rhein senkt die Industrieproduktion in Deutschland um etwa 1 %.

Was hilft: ein zweiter Lieferant auf einem anderen Weg, etwas mehr Vorrat im Lager, Ausweichen auf Bahn oder LKW.

Starkregen: wenn der Keller vollläuft

Starkregen heißt: sehr viel Regen in kurzer Zeit. Die Kanalisation schafft das Wasser nicht. Keller, Lager und Erdgeschosse laufen voll. Das kann überall passieren, nicht nur an Flüssen. Trotzdem ist laut dem Versicherungsverband GDV nur gut die Hälfte der Gebäude in Deutschland gegen solche Schäden versichert.

Die passende Versicherung heißt Elementarversicherung. Sie zahlt bei Naturereignissen wie Starkregen, Hochwasser oder Erdrutsch. Eine normale Gebäude- oder Inhaltsversicherung deckt das oft nicht ab.

Rechenbeispiel: Lohnt sich Vorsorge?

Stell dir ein kleines Startup mit Lager vor. Es überlegt, ob es sich gegen Starkregen versichern soll.

Ohne VersicherungMit Elementarversicherung
Beitrag pro Jahr0 €600 €
Schaden bei einem Starkregen20.000 €20.000 €
Davon zahlst du selbst20.000 €2.000 € Selbstbehalt
Kosten über 10 Jahre mit einem Schaden20.000 €10 × 600 € + 2.000 € = 8.000 €
Kosten über 10 Jahre ohne Schaden0 €6.000 €

Beispielzahlen zur Veranschaulichung. Echte Beiträge hängen von Lage, Gebäude und Versicherung ab. Keine Versicherungsberatung.

Ohne Schaden zahlt sich die Versicherung nicht aus. Mit Schaden spart sie viel Geld. Für ein junges Startup kann ein Schaden von 20.000 € aber das Ende bedeuten, weil er die Runway auf einen Schlag verkürzt. Genau dafür sind Versicherungen da: Sie machen aus einem großen, unsicheren Schaden einen kleinen, planbaren Beitrag.

Checkliste Klimaanpassung

RisikoFrage an dein StartupMögliche Maßnahme
HitzeBleibt es im Büro im Sommer erträglich?Sonnenschutz, flexible Arbeitszeiten, Ventilatoren
Niedrigwasser und DürreHängt deine Lieferung an einem einzigen Weg?Zweiter Lieferant, Vorrat, andere Transportwege
StarkregenLiegen Lager oder Technik im Keller?Elementarversicherung, Ware höher lagern, Rückstauklappe prüfen lassen
Der wichtigste Gedanke: Ein einzelnes Startup ändert das Klima nicht. Aber es kann sich auf die Folgen vorbereiten, die schon da sind. Und es kann seinen eigenen Teil dazu beitragen, dass sie nicht schlimmer werden.